Montag, 21.05.2018 12:41 Uhr

Klartext auf der Kölner Prinzenproklamation

Verantwortlicher Autor: Edgar Hungs Köln, 08.01.2018, 14:47 Uhr
Presse-Ressort von: Edgar Hungs Bericht 6468x gelesen

Köln [ENA] Der Karneval zählt hierzulande zum kulturellen Brauchtum. Dies war lange nicht so und dafür bedurfte es jahrelanger Überzeugungskunst. Er ist vielseitig, bunt, facettenreich und schön. Höhepunkt ist nach wie vor der Straßenkarneval. Doch dieser scheint nun in der Domstadt Köln in Gefahr. Oberbürgermeisterin Henriette Reker sprach auf der diesjährigen Prinzenproklamation Klartext.

Traditionsgemäß findet der Auftakt der Session immer am 11.11. in vielen Hochburgen des Karnevals statt. So wie immer auch in der Kölner Altstadt. Die breite Masse feierte feucht fröhlich den Beginn der neuen Session. Frohgelaunte Jecken bevölkerten die Innenstadt. Doch eine Minderheit büxte schier aus. Und diese Minderheit hat jetzt die politischen Verantwortlichen auf die Bühne der Narretei gerufen. Da konnte nicht mehr die Rede von Normalität sein.

Extremer Alkoholkonsum, Berge von Müll, Essensreste und Scherbenhaufen, wild urinierte Männer und Jugendlichen an Kirchen- und Häuserwänden, in Seitengassen haben die Bütt zum Überlaufen gebracht und so manchen Jecken den Stempel der Rücksichtlosigkeit aufgedrückt. Nun haben die einigen Wenigen es geschafft, dass die friedlich feiernde Mehrheit dafür die Zeche zahlen wird.

In einem Schreiben an die Gastronomen der Domstadt hat die Kölner Stadtverwaltung mitgeteilt, dass von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch keine Schank- und Grillwagen an öffentlichen Stellen in der Altstadt aufgebaut werden dürfen. Des Weiteren bittet die Obrigkeit die Kneipenbesitzer, an dieser Stelle dann Toilettenwagen gebührenfrei bereitzustellen, um die „Wildpinkelei“ entgegen zu wirken. Nun sieht sich die Kölner Gastronomie als Bauernopfer. Denn bisher musste jeder Wirt beim Betrieb eines Schankwagens jeweils 2 Toilettenwagen auf eigene Kosten bereitstellen. Fällt der Außenausschank nun weg, sehen viele Wirte sich nicht mehr in der Verantwortung, Toiletten zur Verfügung zu stellen.

Reker sprach vor der Proklamation des neuen Dreigstirns Klartext: „Am 11.11. em letzte Johr sin mer do e paar ze vill us der Reih jedanz. Sujet, sujet darf sich nit widderholle. Do hööt der Spass op! Neulich han ich dozo jet jehoot un dat triff dä Näel op dä Kopp: Us der Reih ze danze hät nur dann Charme, wann die Reih och noch als Reih ze erkenne es. Dat müsse mer widder op de Reih krieje.“ Selbst in Kölner Mundart ist die Botschaft der Oberbürgermeisterin unmissverständlich: Wir müssen wieder Herr (Frau) der Lage werden!

Denn nach wie vor ist die 1. Bürgerin der Stadt von einem friedlichen und gesittetem ‚Fasteleer‘ überzeugt: „Mer wolle esu wigg kumme, dat jede Jeck friedlich op Stroß un Jass Fastelovend fiere kann. Dofür sin mer schleeßlich en de janze Welt bekannt. Un dat wolle mer blieve!"

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