Montag, 21.05.2018 12:57 Uhr

Freddy Derwahls Begegnungen mit dem Markusevangelium

Verantwortlicher Autor: Edgar Hungs EUPEN (Belgien), 21.02.2018, 11:35 Uhr
Presse-Ressort von: Edgar Hungs Bericht 4330x gelesen
Der Nackte Gott von Freddy Derwahl
Der Nackte Gott von Freddy Derwahl  Bild: Foto: Neue Stadt Verlag

EUPEN (Belgien) [ENA] Etappen aus einer seiner schwierigsten Lebensphasen hat Freddy Derwahl nun in einem neuen Werk veröffentlicht. Nach einer überstandenen schweren Krankheit und Todesnähe unternimmt er in regelmäßigen Abständen Spaziergänge in den Wiesen im Eupener Ortsteil Stockem.

Im Wunsch nach ‚Gesund werden‘ begegnet er dem Markusevangelium. Weder zwingend, noch aufdringlich. Derwahl nimmt diese Begegnung an, lässt sich in diesen Wochen und Monaten durch die Botschaft des Evangeliums inspirieren. Keine exegetischen Erklärungen und theologische Auslegungen umfassen seine Tage- und Nachtbücher über das älteste und kürzeste der vier Evangelien. Es ist seine eigene persönliche Interpretation jenseits aller klassischen Jesusbilder, inmitten seiner unmittelbaren Umgebung von Haus und Wiesen.

„Der nackte Gott“ lässt den Leser durch die Augen des Schriftstellers einen anderen Blick auf den Jesus aus Nazareth und seine Botschaft werfen. Einen Blick, gekennzeichnet durch die Krankheitserfahrungen und dem sehnsüchtigen Willen nach Leben und Weiterleben. Die kleine „Kapelle der Sieben Schmerzen“ oberhalb von Membach wird zum spirituellen Ort. Seine „Rundwege“ sind kein Leidensweg, kein Kreuzweg. Sie sind Entdeckungen bis zu den entschiedensten Dingen des Lebens. Da schafft der Autor Verbindungen zum aktuellen Zeitgeschehen, spürt die Veränderungen auf und versucht, sie in Bildern, Ereignissen und Textstellen zu veranschaulichen, zu reflektieren und zu hinterfragen.

Es sind fein exakt datierte ganz persönliche Tagebuchnotizen aus schwierigen Zeiten, Tag- und Nachtnotizen, losgelöst von den Regeln, die die Natur schreibt. In seiner autobiografischen Reflexion auf die eigenen Erfahrungen und die Neuentdeckung des Glaubens dringt Freddy Derwahl bis zum wesentlichen seines Lebens vor. Er selber sieht dies als einen Versuch über die Nacktheit Gottes. Er streicht Alles, was seinen Blick auf den Gekreuzigten verschleiert, befreit ihn von allen Umschreibungen. Der Glaube trägt keine Kleider. „Der nackte Gott“ ist kein Roman, sondern ein subjektives Suchen nach Antworten nicht allein nur in der Bibel, sondern auch in der sakralen Kunst und Literatur, manchmal philosophisch, oft menschlich.

Der Leser muss sich auf seinen „Rundweg“ einlassen, ihn mitgehen und erfahren. Christus erscheint nicht als ein historischer Zeuge der Vergangenheit, sondern als Weltveränderer der Gegenwart. Ihn müssen wir immer neu entdecken. Freddy Derwahl sagt selbst: „Im Anschluss an meine Todesnähe betrachtete ich in unseren blühenden Wiesen, jenseits der klassischen Jesus-Bilder, das Markusevangelium mit einem anderen Blick: süchtig, sehnsüchtig. Auge in Auge mit dem Eigentlichen.“

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